Ladyboys
in Thailand
Das Leben hinter
der Fassade
Mit Thailand verbinden wir Asien, schöne Naturlandschaften,
aber auch (Sex-)Tourismus, Nachtleben und Ladyboys (thailändisch
Kathoys genannt). In Berichterstattungen über Thailand und vor
allem Bangkok tauchen sie immer wieder als besondere Attraktionen auf.
Doch nur wenige dieser Berichte befassen sich auch mit dem Leben der
Kathoys hinter dem Touristenrummel.
Hintergründe
Um die Kathoys ranken sich viele Geschichten und Halbwahrheiten.
Viele der Ladyboys sind nicht transsexuell, eher sehr feminin oder homosexuell.
Als Ladyboy lässt sich für fernöstliche Verhältnisse
viel Geld verdienen und so werden sie oft zu Kathoys geformt, sei es
von den Eltern oder dem Milieu, in das sie von den Eltern oft verkauft
wurden. Um sie in der Entwicklung ihrer Frauenrolle zu unterstützen,
werden sie in jungen Jahren, meist noch in der Pubertät, einer
Hormonbehandlung unterzogen. Für viele Touristen ist der Kontakt
zu den exotischen und durch die typisch asiatische Zierlichkeit (zumindest
für Touristen) oft nicht von biologischen Frauen zu unterscheidenden
Kathoys der Kick im sexuellen Bereich. Oft arbeiten Kathoys daher in
Nachtbars und Bordellen in Bangkok.
Ein vor kurzem ausgestrahlter Kurzfilm zeigte jetzt mehr vom Leben
wirklicher Transsexueller in Thailand. Oftmals aus der ländlichen
Provinz, vom Dorf in die Großstadt Bangkok geflüchtet, suchen
sie dort ihren Weg. Allzu oft landen sie jedoch in einschlägigen
Milieus, wo sie Geld zum Leben mit Prostitution verdienen und wo sie
ihren Körper zur Schau stellen. Viele wollen diesem Leben entfliehen
und ein Leben als Frau in der sozialen Gesellschaft leben. Nur wenige
können sich aber eine geschlechtsangleichende Operation leisten.
Da die Kathoys zum grössten Teil heterosexuell sind, können
sie sich ein Leben nur an der Seite eines Mannes vorstellen. In einem
sehr offenen und objektiven Fernsehbericht wurde auch das Leben der
Kathoys abseits vom Rotlichtmilieu beleuchtet.
Intoleranz
Der Bericht zeigte deutlich, dass die heute in Thailand
lebenden Kathoys noch für Toleranz und ihre Anerkennung kämpfen
müssen. In der Arbeitswelt sind ihre Chancen sehr gering und nur
wenige schaffen den Sprung in die soziale "normale" Gesellschaft.
Ein Lebenstraum
Unter Tränen erzählte eine Betroffene, wie
schwer es sei, eine Arbeit ausserhalb des Rotlichtmilieus zu bekommen.
Schon seit langem würde sie eine Stelle als Sekretärin suchen,
sei jedoch immer wieder abgewiesen worden. Ironisch an dieser Geschichte
ist, dass die Ladyboys für die Tourismusbranche sehr wertvoll sind
und dem Land eine zusätzliche Einnahmequelle bieten. Doch ähnlich
wie die Kinderprostitution ist dies ein öffentlich nicht existentes
Thema.
Gesundheit
Die soziale Problematik wird zusätzlich durch
eine gesundheitliche Bedrohung verschärft: HIV und Aids greifen
immer mehr um sich und das trotz verstärkter Aufklärung. Vereinzelt
wird Safer Sex praktiziert, aber die Gefahr sich zu infizieren ist sehr
hoch.
Man sieht es auch im Internet und bei den Recherchen
über Ladyboys. 90% der gefundenen Informationen sind rein auf sexuelle
Themen bezogene Seiten. Dies stimmt einen traurig, da die meisten wahren
Kathoys einfach nur als Frau leben wollen. Als Lustobjekt für andere
wollen sie nicht deklassieren lassen.
Christina R.
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04.09.2001 © VIVA TS Selbsthilfe