
Hormonpräparate
Bei
der gegengeschlechtlichen Hormontherapie werden die verschiedensten
Präparate verabreicht.
Wir möchten auf dieser Seite verschiedene Präparate vorstellen.
Ein spezielles Produkt für die gegengeschlechtliche Hormontherapie
Transsexueller gibt es nicht. Vermutlich ist die Zielgruppe einfach
zu klein, so dass es sich nicht lohnt, ein derartiges Präparat
zu entwickeln. Die hier vorgestellten Produkte sind daher alle zur Behandlung
bzw. Vorbeugung anderer Krankheiten bestimmt.
Wir möchten dringend davon abraten, eine Hormontherapie auf eigene
Faust durchzuführen. Dies sollte immer in Zusammenarbeit mir einem
auf diesem Gebiet erfahrenen Arzt erfolgen. Die Risiken wie zum Beispiel
Trombosen oder Tromboembolien sind viel zu hoch.
Präparate:
Unsere Liste der zur gegengeschlechtlichen Hormontherapie
in Frage kommenden Präparate wird nach und nach ergänzt.
Natürlich können wir weder Vollständigkeit noch inhaltliche
Richtigkeit gewähren.
Überarbeitet im Dezember 2006 mit freundlicher
Unterstützung von Dr. med.
Caroline Sievers
Innere
Medizin, Endokrinologie und Klinische Chemie, Max-Planck-Institut
für Psychiatrie München
BEHANDLUNG VON PROSTATAKARZINOMEN
Progynon 100 Depot ...
... ist seit vielen Jahren eins der am häufigsten eingesetzten
Präparaten zur Hormontherapie MzF-Transsexueller. Leider ist es
mittlerweile nicht mehr verfügbar, da der Hersteller, die Pharmafirma
Scheering, die Herstellung eingestellt hat. Es wurde zur Behandlung
fortgeschrittener Prostatakarzinome durch hohe Östrogengaben entwickelt.
Aufgrund der starken verweiblichenden Nebenwirkungen wurde das Präparat
vor mehreren Jahren vom Markt genommen. Erhältlich ist es heute
nur noch über den Re-Import aus Griechenland mit Hilfe internationaler
Apotheken. Progynon 100 enthält 100 mg Östrogen und ist ein
Depot-Produkt, dass heisst gibt seine Östrogendosis erst nach und
nach an den Körper ab. Es befindet sich in einer öligen Lösung
und wird intramuskulär gespritzt. Aufgrund der öligen Lösung
sind Muskelbeschwerden für einige Tage nach der Hormongabe keine
Seltenheit. Das Verabreichungsintervall schwankt je nach behandelndem
Arzt zwischen zwei und sechs Wochen.
Estradurin ...
... wurde wie Progynon 100 für die Behandlung von Prostatakarzinomen
entwickelt. Im Gegensatz zu Progynon sollen jedoch die verweiblichenden
Nebenwirkungen nicht so stark zu sein. Estradurin befindet sich in einer
wässrigen Lösung und wird ebenfalls intramuskulär verabreicht.
Die Östogendosis beträgt 80 mg pro Ampulle. Aufgrund der wässrigen
Lösung kommt es seltener zu Muskelbeschwerden nach der Injektion.
Das Verabreichungsintervall schwankt zwischen zwei und fünf Wochen.
z.B. über die Schweiz / Internationale
Apotheke erhältlich
SUBSTITUTIONSPRÄPARATE
Estrifam Forte ...
...
wird normalerweise zur Substitution von Estogenmangels während
und nach den Wechseljahren verwendet. Das in Estrifam Forte verwendete
Estrogen Estradiol entspricht dem natürlichen in den Eierstöcken
der Frau gebildeten Hormon. Eine Packung besteht aus 28 gleich dosierten
Filmtabletten. Jede Tablette enthält 4 mg Estradiol. Es wird bei
Transsexuellen vor allem für die post-operative Hormontherapie
verwendet und ist im allgemeinen gut verträglich.
Estrifam
forte (Estradiol 4mg): ist vom Markt genommen, äquivalente Dosen pro
Tablette wären Estrifam 2x2mg oder 4x1mg
Trisequens Forte ...
...
wird wie Estrifam Forte zur Substitution bei Estrogenmangel während
und nach der Wechseljahre eingesetzt. Trisequens Forte ist ein Drei-Phasen-Präparat
und ahmt den natürlichen Zyklus der Frau nach. Auszug aus der Gebrauchsinformation:
"In der ersten Phase wird nur reines Estrogen verabreicht (10
gelbe Tabletten). Der Zusatz des Gestagens in der 2. Phase (12 weiße
Tabletten) hat die Aufgabe, die durch das Estrogen aufgebaute Gebärmutterschleimhaut
umzuwandeln, so dass anschließend eine der Menstruation entsprechende
Blutung erfolgt. In der 3. Phase (6 rote Tabletten) wird die Estrogensubstitution
in niedriger Dosierung fortgesetzt, um die Beschwerdefreiheit zu erhalten,
ohne die Blutung zu beeinflussen."
Die erste Phase besteht aus 10 gelben Filmtabletten, die jeweils 4,13
mg Estradiol-Hemihydrat (entspricht 4 mg Estradiol) enthalten. Danach
folgen 12 weißen Tabletten, die zusätzlich 1 mg des Gestagens
Norethisteronacetat enthalten. Zuletzt folgen 6 rote Pillen, die nur
noch 1,03 mg Estradiol-Hemihydrat (entspricht 1 mg Estradiol) enthalten.
Zusätzlich zu Trisequens forte ist auch das niedriger dosierte
Präparat Trisequens erhältlich.
Zus.: 1 Filmtbl. blau enth.: Estradiol 2 mg
(als Estradiol ½H2O).
Zus.: 1 Filmtbl. weiß
enth.: Estradiol 2 mg (als Estradiol ½H2O),
Norethisteronacetat 1 mg
Zus.: 1 Filmtbl.
rot enth.: Estradiol 1 mg (als Estradiol ½H2O).
Presomen 1,25 Compositum ...
...
wird ebenfalls zur Substitution von Estogenmangels während und
nach den Wechseljahren verwendet. Das Medikament besteht aus zwei verschiedenen
Hormon-Dragees, orange mit einem Estrogen-Wirkstoff und rote mit einem
Estrogen und einem Gestagen. Der Estrogenanteil von Presomen wird als
standardisierter Auszug aus dem Harn trächtiger Stuten gewonnen
und entspricht 1,25 mg konjugierte Estrogene, die roten Dragees enthalten
zusätzlich 5mg Medrogeston.
Estraderm TTS®
25/-50/-100 Transdermales Pflaster
... ist ein sogenanntes Membranpflaster. Auf die Haut geklebt gibt es
kontiunierlich Hormone an den Organismus ab. Ein Pflaster enthält
als Wirkstoff 8 mg Estradiol, normalerweise werden pro Woche zwei Pflaster
verwendet. Hormonpflaster sind oft verträglicher als Tabletten,
da die Hormone nicht zunächst in der Leber aufgespalten werden
müssen.
Zus.: 1
transdermales Pfl. enth.: Estradiol 2 mg/4 mg/8 mg,
durchschnittl. Wirkstofffreigabe a. d. Haut 0,025 mg/0,05 mg/0,1 mg/24
Std.
Progynova® 21 mite/
Progynova® 21 Dragees
... wird hauptsächlich bei klimakterischen Ausfallerscheinungen
in den Postmenopause eingesetzt. Dabei enthalten 20 Tropfen 2 mg Estradiolvalerat
als Wirkstoff.
Zus.: 1
Drg. enth.: Estradiolvalerat 1 mg/2 mg
EMPFÄNGNISVERHÜTENDE MITTEL
Neo-Eunomin ...
...
ist ein empfängnisverhütendes Mittel für Frauen. Gleichzeitig
hat Neo-Eunomin eine antiandrogene Wirkung, d.h. das in Neo-Eunomin
enthaltene Gestagen hat eine besonders günstige Wirkung bei Akne,
fettigen Haaren, Haarausfall und bei anomaler Gesichts- und Körperbehaarung.
Neo-Eunomin ist eine sogenannte Mikropille, das heisst es ist nur 0,05
mg Ethinylestradiol enthalten. Dieser spezielle Wirkstoff wirkt jedoch
um ein Vielfaches stärker als natürliche Estrogene. Soweit
ich weiß, ist Neo-Eunomin die am höchsten dosierte Mikropille.
Zus.: 1 Filmtbl.
beigefarbig enth.: Ethinylestradiol 0,05 mg, Chlormadinonacetat 1 mg.
Zus.: 1 Filmtbl.
ockerfarbig enth.: Ethinylestradiol 0,05 mg, Chlormadinonacetat 2 mg
1 Pckg. enth.: 11 Filmtbl.
Diane-35 ...
... ist wie Neo-Eunomin ein empfängnisverhütendes Mittel mit
einer antiandrogenen Wirkung. Diane-35 ist etwas schwächer dosiert
und entält als Wirkstoff 0,035 mg Ethinylestradiol sowie 2 mg Cyproteronacetat.
ANTIANDROGENE
Androcur ...
... wird bei Männern hauptsächlich zur Triebdämpfung
sowie bei inoperablen Prostatakarzinomen eingesetzt. Bei Frauen wird
Androcur manchmal zur Bekämpfung einer starken Vermännlichung
während der Pubertät eingesetzt. Als Wirkstoff enthält
Androcur 50 mg Cyproteronacetat.
Interessant sind bei Androcur auch die Nebenwirkungen. Neben einer
Spermatogenesehemmung (Unterdrückung der Reifung der Samenzellen)
und einer Gynäkomastie (Brustwachstum) werden Müdigkeit, Antriebslosigkeit,
depressive Verstimmungen sowie Gewichtsschwankungen genannt. In Einzelfällen
werden bei hochdosierter Behandlung auch von schwerwiegenden Störungen
der Leberfunktion erwähnt.
Androcur 10 ...
... wird zur Behandlung von mittelschweren Androgenisierungserscheinungen
bei Frauen eingesetzt. Eine Tablette enthält 10 mg Cyproteronacetat.
SONSTIGE
Progynon C ...
... wird zur Behandlung ausbleibender bzw. nicht eintretender Regelblutungen
eingesetzt. Als Wirkstoff werden 0,02 Ethinylestradiol verwendet.
Gynokadin® Gel/-Dosiergel
Zus.: Estradiol 0,5H2O 0,62 mg (entspr. 0,6 mg Estradiol)
Beschwerden bei nachlassender
Estradiolproduktion der Eierstöcke in u. nach den Wechseljahren bzw.
nach Ovarektomie (klimakter. Syndrom), oestrogenmangelbedingte Rückbildungserscheinungen
an den Harn- u. Geschlechtsorganen. Anw. ohne regelmäßigen Zusatz
eines Gestagens nur bei hysterektomierten Frauen
Gibt
es auch als 3 Pack, ist dann günstiger.
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14.12.2006 Rebecca © VIVA TS Selbsthilfe