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Was ist Transsexualität?

Die Antwort auf diese Frage ist nicht einfach zu geben. Das Thema 'Transsexualität' ist sehr komplex und kann auf einer Webseite nicht umfassend wiedergegeben werden. Dennoch ist es wichtig, einige immer wieder gestellte Fragen zu beantworten.

 

Was ist Transsexualität?
 

Transsexualität wird oftmals beschrieben als "... eine tiefe innere Gewissheit, dem anderen als dem Geburtsgeschlecht anzugehören ...". Diese Gewissheit besteht oft schon seit frühester Kindheit. In Deutschlands Lexikon Nr. 1, dem Brockhaus in 15 Bänden, neueste Ausgabe, steht unter dem Stichwort 'Transsexualität':

"Gefühl der Zugehörigkeit zum anderen Geschlecht, verbunden mit dem Bestreben, dessen soziale Rolle möglichst vollkommen zu leben ..."

Eine Geschlechtsumwandlung im Sinne des Wortes ist nicht möglich. Es ist nur möglich, den Körper durch hormonelle und medizinische Massnahmen dem Wunschgeschlecht weitestgehendst anzupassen. Für die meisten Transsexuellen stellen jedoch insbesondere ihre Geschlechtsorgane ein großes Problem dar, das sich nur durch eine geschlechtsangleichende Operation lösen läßt. Allerdings gehen nicht alle Transsexuellen den Weg bis zur OP, sondern leben ihr Leben 'zwischen den Geschlechtern'.

Was sind die Ursachen von Transsexualität?
 

Darüber gibt es bis heute nur unbewiesene Theorien. Die Erklärungsmodelle reichen dabei vor hormonellen oder genetischen Störungen während der Schwangerschaft bis hin zu frühkindlichen Einflüssen.

Ist Transsexualität heilbar?
  Es ist nicht möglich, das transsexuelle Empfinden, also die Überzeugung, dem Gegengeschlecht anzugehören, therapeutisch oder durch andere Maßnahmen zu beeinflussen. Man kann den Betroffenen jedoch helfen, in dem man ihnen das Leben in der angestrebten Geschlechterrolle ermöglicht bzw. erleichtert. Fast alle Spezialisten auf diesem Gebiet sehen derzeit den Geschlechtswechsel samt geschlechtsangleichender Operation als einzige Möglichkeit der Linderung an.

Welche rechtlichen Grundlagen für einen Geschlechtswechsel gibt es?
  Seit 1980 gibt es in Deutschland das sogenannte Transsexuellengesetz (TSG). Darin ist geregelt, welche Bedingungen vom Gesetzgeber aus für den Geschlechtswechsel erfüllt sein müssen. In Deutschland unterscheidet man zwischen der kleinen und der großen Lösung. Bei der kleinen Lösung wird nur der Vorname geändert, bei der großen Lösung auch der Personenstand. Voraussetzung für beide Lösungen sind zwei unabhängige Gutachten.

Kommen die Krankenkassen für die medizinischen Kosten auf?
  Transsexualität ist als Krankheit sowohl international von der WHO als auch in Deutschland anerkannt. Insofern müssen die Kassen für alle medizinischen Kosten aufkommen. Oft dauert es jedoch eine Weile, bis die Kassen von dieser Indikation überzeugt werden können. Außerdem kommt es öfter vor, dass eben doch nicht alle Kosten übernommen werden. Daher sollte man sich auf Selbstzahlungen einstellen.

Was ist mit den Papieren, Zeugnissen usw.

 

Mit der Vornamensänderungen kann man alle Papiere entsprechend des neuen Namens ändern lassen. Auch Zeugnisse müssen die entsprechenden Stellen gemäß des neuen Namens umschreiben.

Stimmt es, dass es mehr MzF- als FzM-Transsexuelle gibt?
  Ja und Nein. Derzeit gibt es nach Aussagen von Behörden oder Ärzten etwa doppelt so viele MzF- als FzM-Transsexuelle. Allerdings weiß man aus verschiedenen Untersuchungen, dass das Verhältnis von transsexuellen Frauen zu Männern immer mehr in Richtung 1:1 tendiert. Daraus kann man schließen, das es etwa ebenso viele MzF- als FzM-Transsexuelle gibt, die aber erst in unserer heutigen Zeit auch den transsexuellen Weg gehen.

Wann spricht man von transsexuellen Männern, wann von Frauen?
 

Entscheidend ist immer das Wunschgeschlecht. Das heißt, bei einem FzM-Transsexuellen spricht man auch von einem transsexuellen Mann.

Was ist der Unterschied zwischen Transsexualität und Transvestismus?
  Wie schon oben erwähnt, erfüllt Transsexuelle ein "Gefühl der Zugehörigkeit zum anderen Geschlecht, verbunden mit dem Bestreben, dessen soziale Rolle möglichst vollkommen zu leben ...". Im Gegensatz dazu lehnen Transvestiten ihr Geburtsgeschlecht nicht ab, tragen aber gerne die Kleidung des anderen Geschlechts. Dies muss übrigens nicht zwangsweise mit sexueller Erregung verbunden sein. Transvestismus gibt es bei Männern wie bei Frauen.

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10.02.2000 © VIVA TS Selbsthilfe
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