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Das Geschlecht der Sterne
(Le Sexe des Etoiles)

Kanada 1993 ,100 Minuten
Regie: Paule Baillargeon
Darsteller: D: Denis Mercier, Marianne-Coquelicot Mercier, Tobie Pelletier, Sylvie Drapeau

Camille ist 12 Jahre alt und schon todunglücklich. Mit ihrer verhaßten Mutter redet sie kaum, der gleichaltrige Schulkamerad Lucky, von dem sie schwärmt, erteilt ihr immer wieder eine Abfuhr, und der geliebte Papa hat schon vor Jahren das heimatliche Montreal verlassen. Seitdem hat sie ihn nicht mehr gesehen. Dennoch ist er der wichtigste Mensch in ihrem Leben. Die verschlossene Camille hat sich aus Kindheitserinnerungen ein Phantasiebild von ihm gezimmert: als berühmten Biochemiker und gütigen Vater, dem sie lange, tagebuchartige Briefe schreibt. Und ebensowenig wie ein Tagebuch antwortet er - es gibt nichts, was die scheinbare Harmonie trüben könnte. Doch dann steht der Vater eines Tages vor Camille - als Frau.

Die Tochter faßt sich schnell, scheint die Veränderung gar nicht wahrzunehmen und begrüßt die, die sich nun Marie-Pierre nennt, auch in unpassendsten Situationen mit einem fröhlichen 'Hallo, Papa!'. Marie-Pierre, selbst in Einsamkeit lebend, erkennt die Seelennot des Mädchens und ist zugleich fasziniert von der kompromißlosen Liebe, die ihr so leidenschaftlich entgegenschlägt. Doch ist es wirklich Liebe? Schließlich möchte Camille Marie-Pierre in den engelsgleichen Vater ihrer Phantasie zurückverformen, und der ist nun mal ein Mann ...

'Das Geschlecht der Sterne' ist auf den ersten Blick ein äußerst komplexer Film, der die Themen Pubertät, Transsexualität und erste Liebe in einer warmherzigen und ergreifenden intelligent inszenierten und hervorragend gespielten Geschichte miteinander verwebt. Auf den zweiten Blick offenbart sich das Werk der franco-kanadischen Regisseurin Paule Baillargeon als Studie über Sehnsüchte, über das Festhalten an Idealbildern und schmerzhafte Begegnung mit der Realität, die so anders ist, als man sie sich wünscht. Und als ein Traktat, das den simplen Satz beweist, dass nur diejenige Liebe bestehen kann, in der die Liebenden sich selbst treu bleiben und den jeweils anderen so nehmen, wie er ist. (Aus 'Cinema')

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