In einem Jahr mit 13 Monden
Die letzten Tage im Leben von Elvira Weißhaupt
Fiktive Lebensgeschichte, Drama, Deutschland 1978 , 129 Minuten
Regie: Rainer Werner Fassbinder
Darsteller: Volker Spengler (Elvira Weishaupt) Ingrid Caven (Rote
Zora)
Die Transsexuelle Elvira Weißhaupt, gespielt von Volker Spengler,
wird von ihrem Liebhaber verlassen, von ihrer Freundin verraten, von
ihrem alten Freund abgewiesen. Auch die Frau, mit der Elvira vor ihrer
Operation als Mann verheiratet war, will nichts mehr von ihr wissen.
Elvira hält dem Druck nicht mehr stand.
Fassbinders Hauptfigur, die Transsexuelle Elvira, hat niemals auch
nur die Chance gehabt, lediglich ihre Existenz zu leben. Sie wurde
vielmehr dazu erzogen, die der Nebenmenschen mitzuleben. So allgemein
und so tot muß sie auch enden. Und es ist nicht nur eine Frage der
psychologischen Konstellationen, daß dies passiert: Die Gesellschaft
des Profits basiert auf den Selbstmorden in Raten - wie Elvira ihn
an sich vollzogen fühlt.
Elvira erlebt den Zwiespalt eines Menschen, der - einst Mann - sich
zu einer Frau operieren ließ und nun nicht mehr weiß,
ob er als Mann oder Frau sinnvoll leben kann.
Volker Spengler zu den Dreharbeiten: 'Fassbinder hat den Handlungsaufriß
zu 'Dreizehn Monden' erst auf Band diktiert. Das wurde abgeschrieben.
Aber es gab keine Dialoge, folglich auch keine Möglichkeit, sich auf
den nächsten Drehtag vorzubereiten. Die Dialoge schrieb Fassbinder
jeweils am Abend vorher. Freilich: Die psychologische Situation war
stets klar und bot deswegen eine starke Möglichkeit zur Identifikation
mit der Rolle.'
'Ich finde es toll, daß dieser Film, der die gesamte Lebensgeschichte
einer Person beschreibt, keine einzige Rückblende macht.' (Volker
Spengler) 'In einem Jahr mit 13 Monden' erhielt im Leonard Maltin’s
Movie and Video Guide 3˝ von vier möglichen Sternen.
Viva