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Marion Holl: "Seele im Spagat. Eine Reise zwischen den Geschlechtern."
Gatzanis Verlag, Stuttgart 1997, 194 S. pb, 24,80 Mark, ISBN 3-9803897-7-4

mzf dt.

coverDas Positive an dieser Autobiografie ist, dass sie im Gegensatz zu den meisten anderen erhältlichen Lebensgeschichten sehr aktuell ist. Frau Holl beschreibt ihre Entwicklung von der Geburt 1959 bis zu ihrer geschlechtsangleichenden Operation im Juni 1997. Leider ist ihre Geschichte nicht sehr repräsentativ. Natürlich, eine Autobiografie ist immer eine sehr persönliche Sache. Ein Leser, der eine Biografie einer Transsexuellen liest, erwartet jedoch meiner Meinung nach entweder halbwegs allgemeingültige Informationen über den Werdegang von Transsexuellen oder selbst konkrete Hilfe für seine persönliche zukünftige Entwicklung. Frau Holls Geschichte ist aber eher ungewöhnlich und dürfte beide Erwartungen nicht erfüllen. Es ist schade, dass die Verlage anscheinend immer nur Interesse an der Geschichte von "Exoten" haben.

Lea



Das Buch beschreibt den Werdegang von Georg Holl auf seinem Weg zu Marion. Die Autorin hat mit 36 den Schritt über die Geschlechtergrenze getan und wurde zu Marion. Nach einem jahrelangen Kampf mit sich selbst hat Georg Holl, ein erfolgreicher Bauingenieur, beschlossen, seine Wünsche und Träume auszuleben und nicht mehr einzusperren. Der Werdegang ist etwas ungewöhnlich, da Marion nicht so richtig dem typischen Klischeebild von der transsexuellen Frau entsprechen will, die schon immer gewusst hat, Frau zu sein, sondern sich das Frausein über Jahre entwickelt hat.

Die Autorin beschreibt ihr ganzes Leben, ihre Bewunderung der Weiblichkeit, aus der dann die Erkenntnis erwachsen ist, selbst dazugehören zu wollen und es nach 36 Jahren 'als Mann' auch endlich zu können. Marion Holls Wechsel auf die 'Seite der Frauen' war nicht einfach und mit vielen psychischen und sozialen Problemen verbunden, aber das Buch beschreibt neben den Äusserlichkeiten auch sehr gut die Dinge, die in dieser Frau vor sich gegangen sind. Diesen Einblick in die Gedankenwelt der Marion Holl ist sowohl für Betroffene als auch für alle anderen, die sich mit dem Thema befassen, interessant. Stellenweise ist das Buch allerdings etwas langatmig und es wird zu viel auf den psychiatrischen Auswirkungen des Spagats der Seele geschrieben. Die Aufdeckung der eigenen Transsexualität erfolgt zum großen Teil über das 'Bewundern der Frauen/Weiblichkeit', ist also sicher nicht unbedingt repräsentativ für Transsexuelle im allgemeinen.

Anja

16.9.99 © VIVA TS Selbsthilfe
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